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14.02.2008

Polyurethan Verarbeitung ein wichtiger Indikator für industrielle Entwicklung

- Marktentwicklung Polyurethane auf der Fachtagung Polyurethane 2008 vorgestellt -


v.l.n.r.: Lutz Ohmstede (Fachgruppensprecher PUR), Dr. Hans-W. Paul Schloz (FSK Geschäftsführer), Martin Dietrich (Getzner Werkstoffe Ges. m. b. H.) und Albrecht Manderscheid (FSK Vorsitzender, CANNON Deutschland GmbH)

Frankfurt (FSK). „Die Polyurethan Verarbeitung ist wie ein Indikator für die deutsche Industrie“, begrüßte FSK Vorsitzender Albrecht Manderscheid über 200 Unternehmen aus der Polyurethan-Industrie zur internationalen Fachtagung Polyurethane des Fachverbandes Schaumkunststoffe und Polyurethane FSK e.V. in Würzburg. Polyurethan eigne sich wegen seiner Vielseitigkeit und Eigenschaften vor allen Dingen für anspruchsvolle Speziallösungen und hochtechnische Anwendungen, eine Stärke vieler deutscher Industriebereiche. Ein Beispiel dafür sei die erfolgreiche Medizintechnik, für die sowohl bei den Analysegeräten als auch bei vielen anderen medizinischen Anwendungen Polyurethan zum Beispiel als Gehäuse oder in anderen wichtigen Teilen eingesetzt wird. Hier wachse wie auch in anderen technischen Bereichen Polyurethan besonders. Dr. Hans-W. Paul Schloz, Geschäftsführer des FSK, verdeutlichte in seinem Vortrag zur Marktentwicklung von Polyurethanen den positiven Verlauf und die Entwicklungen in den einzelnen Branchen. Mit den rund 5,4 Milliarden Euro erreichtem bereinigtem Umsatz der Branche 2007 könne man auf eine fast Jahrzehnte lang erfolgreiche Entwicklung des Werkstoffes Polyurethan zurückblicken, der sowohl als Weichschaum zum Beispiel in der Möbelindustrie oder als erfolgreicher Dämmstoff im Bausektor oder mit Hartschaum in Fahrzeug- und Flugzeuganwendungen eingesetzt wird. Die verarbeitete Menge an Polyurethan lag im Jahr 2007 bei über 0,9 Millionen Tonnen allein in Deutschland und bei rund 3,3 Millionen Tonnen in Westeuropa. Das Wachstum zeichne sich insbesondere in den Bereichen Lacke und Klebstoffe und in den technischen Anwendungen ab. Der Bereich Schuhe, Freizeit und Sport sei weiterhin rückläufig, da diese mittlerweile größtenteils in Asien produziert werden. Ergänzend führte Dr. Christopher Rieker von der BASF AG aus, dass der Markt gerade durch Osteuropa eher einen positiven Impuls bekommen habe und Deutschland in Westeuropa immerhin noch mit fast 30% stärkstes Polyurethan verarbeitendes Land sei. Ganz anders hingegen in den USA habe sich Polyurethan und auch die industriellen Spezialitäten zum Beispiel für den Export schwächer entwickelt und man habe die Synergien Südamerika Nordamerika lange nicht so nutzen können wie zum Beispiel zwischen Ost- und Westeuropa. Ungebremst sei natürlich die positive Entwicklung in Asien, die aber im Moment bei hochwertigen technischen Anwendungen wenig zu Wettbewerb in Europa führe, sondern den eigenen Markt abdecke. Wie sich die Dämmstoffe entwickeln, hängt stark von der Energieeinspar-Diskussion ab. Der Bausektor selbst sei in Zukunft eher ein rückläufiger Markt.
Lutz Ohmstede, Vorsitzender der Fachgruppe PUR und Tagungsleiter, stellte allerdings fest, dass sich die Zahl der rund 1000 PUR verarbeitenden Unternehmen konzentrieren werde und sich für die Unternehmen, die sich nur am Rande mit dem Werkstoff und den entsprechenden Investitionen hierfür befassen, langfristig darüber nachdenken müssen, ob die Polyurethan-Verarbeitung ein weiterer Schwerpunkt sein kann. Aufgrund der teuren Rohstoffpreise müsse man sich auf die wichtigsten Werkstoffe konzentrieren, um auch die Kostenstrukturen schlank zu halten. Deswegen rechne Lutz Ohmstede damit, dass die starken Polyurethan Verarbeiter bzw. die Unternehmen, die Polyurethan im Mittelpunkt ihrer Aktivitäten gestellt haben, eher auch mit dem Werkstoff wachsen und sich Unternehmen zum Beispiel aus dem Thermoplastbereich, sofern diese Polyurethan verarbeiten, eher auf ihre Hauptwerkstoffe konzentrieren werden.