Kunststoffverarbeitung 2001
Nach einem konjunkturellen Boom im Jahr 2000 mit ausgesprochen guten Zuwachsraten waren die Aussichten für 2001 hervorragend. So begann auch 2001. Jedoch bereits im zweiten Quartal 2001 zogen in einigen Bereichen der KVI dunkle Wolken auf. Bereits im Mai wurden die Lieferabrufe von Kunden verzögert, in einigen Zulieferbereichen, besonders aus der Elektroindustrie, wurden Aufträge storniert. Bis zum Sommer waren deutliche Zuwachs- und Produktionsrückgänge zu registrieren.
Die Entwicklung in der KVI 2001
Die kunststoffverarbeitende Industrie in Deutschland konnte in 2001 einen Umsatzzuwachs von +0,6% auf 40,6 Mrd. € verzeichnen. Der Inlandsumsatz ging um -0,8 % auf 28,4 Mrd. € zurück, das Auslandsgeschäft stieg um +4,0 % auf 12,2 Mrd. €. Unter Berücksichtigung eines Preisanstiegs für Kunststoffwaren von +1,2% ergibt sich somit ein realer Umsatzrückgang für 2001 von -0,6%. Die Exportquote der KVI stieg um +3,4% auf 30%.
Sehr unterschiedlich entwickelten sich die Sparten der kunststoffverarbeitenden Industrie. Mussten die Platten, Folien Profile einen Umsatzrückgang von – 2,3% auf 13,4 Mrd. € und die Baubedarfsartikel um – 2,9% auf 5,7 Mrd. € hinnehmen, so legten die sonstigen Kunststoffwaren (Konsumwaren und Zulieferteile) noch um +2,8% auf 16,2 Mrd. € und die Verpackungsmittel gar um +5,8% auf 5,3 Mrd. € zu.
In der Gesamtheit verringerte sich die Produktivität der KVI (Umsatz in Relation zu den Beschäftigten) um -0,5% auf 141.000 €.
Spartenentwicklung
Bei den einzelnen Abnehmerbranchen gab es unterschiedliche Entwicklungen.
Größte Sparte der KVI sind die Platten, Folien, Schläuche, Rohre und Profile mit einem Produktionswert von 23,51 Mrd. DM (-2,0%).
Zweitgrößte Produktgruppe sind die “Anderen Kunststoffwaren” mit einem Produktionswert von 26,44 Mrd. DM (+3,6%). In dieser Gruppe der anderen Kunststoffwaren sind die Technischen Teile mit einem Volumen von 15,25 Mrd. DM (+6,3%) enthalten. Gefolgt von den Baubedarfsartikeln mit 9,04 Mrd. DM (-7,6%) und den Verpackungsmitteln mit 10,08 Mrd. DM (+4,9%). Kleinste Gruppe ist die Veredlung mit 1,96 Mrd. DM (-2,0%), in der aber aus statistischen Gründen neben Kunststoffwaren auch die Veredlung von Gummiwaren enthalten ist.
Preisentwicklung ungenügend
Sorgenkind der KVI ist nach wie vor die Preisentwicklung für ihre Produkte. Basierend auf den vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Preisindizes (1995=100) für Kunststofferzeugnisse ergeben sich im Jahresdurchschnitt 2001 für die einzelnen Sparten der Kunststoffverarbeitung folgende Veränderungen gegenüber dem Vorjahreswert.
Kunststofferzeugnisse | 101,3 | +1,2% |
Halbzeuge | 99,1 | +0,4% |
Baubedarfsartikel | 101,4 | +2,6% |
Verpackungsmittel | 100,4 | +1,5% |
Andere K-Waren | 103,2 | +1,0% |
Zulieferteile | 102,0 | +0,9% |
Zur Verdeutlichung: In einem Zeitraum von sieben Jahren sind Preise für Kunststoffwaren um durchschnittlich +1,2% gestiegen, demgegenüber sind z.B. die Indizes der Lebenshaltungskosten und Bruttostundenverdienste von Industriearbeitern um mehr als +10%, sowie die Erzeugerpreise für Kfz um über 8% gestiegen.





